
Zwischen Wald, Wasser und Unterricht
Rahel Sandstein
Deutschlehrerin, Kulturvermittlerin, Teil einer neuen Generation in Fichtental
Mit 21 Jahren eine feste Stelle am Gymnasium Fichtental anzutreten, bedeutet Verantwortung. Für Rahel Sandstein war der Berufseinstieg im Jahr 2025 kein symbolischer Schritt, sondern ein bewusst gewählter Weg. Nach dem Studium der Germanistik und pädagogischen Weiterbildungen kehrte sie nach Fichtental zurück – nicht als Rückzug in die Heimat, sondern als Entscheidung für Wirksamkeit vor Ort.
Heute unterrichtet sie Deutsch am Gymnasium, begleitet Jugendliche durch Literatur, Sprache und Textarbeit und engagiert sich zusätzlich in der Leseförderung. Ihr beruflicher Fokus liegt klar auf Didaktik und nachhaltiger Bildungsarbeit. Sprache versteht sie nicht nur als Unterrichtsfach, sondern als Instrument der Orientierung.
Früh Verantwortung übernommen
Rahel Sandstein gehört zu jener Generation junger Pädagoginnen, die bewusst früh Verantwortung übernimmt. Während ihres Studiums war sie bereits als Tutorin tätig und sammelte praktische Erfahrung im direkten Umgang mit Schülerinnen und Schülern. Der Übergang in den regulären Schuldienst erfolgte entsprechend vorbereitet.
Am Gymnasium Fichtental ist sie seit 2025 tätig. Kolleginnen und Kollegen beschreiben sie als strukturiert, ruhig und klar in ihrer Kommunikation. Ihre Unterrichtsführung gilt als reflektiert, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Textverständnis und eigenständigem Denken.
Leben im Tinyhouse – bewusste Entscheidung
Rahel Sandstein lebt in einem Tinyhouse am Bachlauf der Fichte. Diese Wohnform ist kein Übergangsmodell, sondern Ausdruck einer bewussten Lebensgestaltung. Reduktion, Nähe zur Natur und klare Strukturen prägen ihren Alltag.
Der Morgen beginnt meist ruhig – mit Lesen oder einem kurzen Spaziergang am Wasser. Der Tagesrhythmus ist strukturiert, aber nicht hektisch. Diese Form der Selbstorganisation überträgt sie auch auf ihre Arbeit: Planung, Vorbereitung und ein klarer Fokus auf das Wesentliche.
Die Entscheidung für das Tinyhouse steht exemplarisch für ihren Lebensentwurf: Konzentration statt Überfluss, Inhalt statt Inszenierung.
Sprache als Haltung
Fachlich liegt ihr Schwerpunkt auf moderner Literatur, insbesondere auf Texten mit gesellschaftlicher Relevanz. Ingeborg Bachmann zählt zu ihren bevorzugten Autorinnen. Literatur ist für sie kein abgeschlossenes Werk, sondern Gesprächsanlass.
Im Unterricht legt sie Wert darauf, dass Schülerinnen und Schüler eigene Positionen entwickeln. Dabei geht es weniger um reine Interpretation als um das Verständnis von Sprache als Wirklichkeitsform. Ihr häufig zitierter Satz lautet: "Sprache formt Wirklichkeit."
Neben ihrer schulischen Tätigkeit arbeitet sie an eigenen literarischen Texten. Diese sind bislang nicht veröffentlicht. Es handelt sich um ein persönliches Projekt, das sie bewusst nicht öffentlich führt.
Kulturelle Verankerung in Fichtental
Rahel Sandstein ist nicht nur Lehrerin, sondern Teil des kulturellen Umfelds von Fichtental. Musik spielt in ihrem Leben eine Rolle – sie spielt Panflöte und Gitarre – und sie bewegt sich selbstverständlich im Kreis kultureller Veranstaltungen.
Eine besondere Verbindung besteht zur Familie Obermayr. Rahel ist eine enge Freundin von Lena Obermayr. Die beiden kennen sich seit Schulzeiten; Rahel war Schülerin von Marianne Obermayr und ist heute ihre Kollegin am Gymnasium.
Die Beziehung zu Lena geht über Freundschaft hinaus: Bei der bevorstehenden Hochzeit wird Rahel Sandstein die Rolle der Trauzeugin übernehmen. Diese Funktion ist weniger repräsentativ als persönlich begründet – Ausdruck von Vertrauen und langjähriger Verbundenheit.
Zwischen Generationen
Interessant ist die doppelte Rolle, die Rahel Sandstein in Fichtental einnimmt: Sie gehört selbst noch zur jungen Generation, steht aber bereits in einer verantwortlichen Position gegenüber Jugendlichen. Gleichzeitig bewegt sie sich im Umfeld etablierter Persönlichkeiten des Ortes.
Diese Zwischenstellung prägt ihr Auftreten. Sie tritt weder als klassische Autorität noch als distanzierte Intellektuelle auf. Vielmehr verbindet sie Fachkompetenz mit Nahbarkeit.
Perspektiven
Rahel Sandstein formuliert ihre Ziele nüchtern. Pädagogische Wirksamkeit steht im Vordergrund. Sie möchte Jugendliche langfristig stärken – nicht durch spektakuläre Projekte, sondern durch kontinuierliche Arbeit.
Ihr Lebensentwurf – bewusstes Wohnen, konzentrierte Berufsausübung, kulturelle Einbindung – fügt sich in das Gefüge Fichtentals ein, ohne laut zu sein. Gerade darin liegt seine Stabilität.
Mit Rahel Sandstein ist eine junge Pädagogin in Fichtental tätig, die Verantwortung übernimmt, Haltung zeigt und Sprache nicht als Fach, sondern als Grundlage gesellschaftlicher Verständigung begreift.
